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26.01.2017. www.oste.de

Bei der bevorstehenden Generalüberholung der Schwebefähre Osten - Hemmoor geht es nicht nur um die bei allen Stahlbauwerken der Welt obligatorische regelmäßige Entrostung und den turnusmäßig erforderlichen Neuanstrich des Skeletts, sondern auch um die Sanierung der vier Fundamente.

Dieser Teil der Aufgabe war in den letzten Jahren vom zuständigen Landkreis Cuxhaven vernachlässigt und verschleppt worden.

Ergebnis ist nun, "dass sich die Risse in der Außenhaut der vier riesigen Beton-Fundamente am Flussufer ... vergrößert hätten," zitierte letztes Jahr das Stader Wochenblatt einen Gutachter: "Wasser dringt in den Kern der Betonquader ein. Die 'Eiserne Lady' hat 'nasse Füße'."

Ursache der Schadensausweitung war eine von der Kreispolitik zu verantwortende Verzögerung der Fundamentsanierung. Bereits im Januar 2015 zitierten wir dazu die Regionalpresse:

"Hinter vorgehaltener Hand wird im Cuxhavener Kreishaus offenbar Stimmung gemacht gegen eine zeitnahe Sanierung des kreiseigenen Baudenkmals Schwebefähre Osten - Hemmoor. Weil eine bereits vor fünf Jahren [also im Jahr 2010!] für notwendig befundene Erneuerung der vier maroden Fundamente lange verzögert worden ist und unterdessen weiterhin Wasser in die 'zerklüfteten' Betonteile eingedrungen ist, seien die ursprünglich veranschlagten Sanierungskosten von knapp 400.000 auf nahezu 800.000 Euro gestiegen, berichtet die Niederelbe-Zeitung unter Berufung auf 'einige Kreistagspolitiker'. In dem Bericht, in dem an anderer Stelle auch der stellvertretende Chef der Kreisverwaltung, Günther Jochimsen, zitiert wird, heißt es weiter, 'hinter vorgehaltener Hand' werde gefragt, 'ob und wie lange sich der Landkreis die Sanierungsmaßnahmen leisten kann und muss'."

Die Sockel waren 1909 aus Zement, Sand und Vollbrandziegelbrocken im Verhältnis 1 : 3 : 6 gefertigt geworden. Sie ruhen auf 9 Meter langen und 30 Zentimeter dicken Grundpfählen, die in den Grund gerammt worden sind - siehe unsere Vergrößerung der Blaupause einer ersten Bauzeichnung aus dem Jahre 1905 sowie das Foto und die damals niedergeschriebenen Detailangaben aus der "Chronik des Kirchspiels Osten".

Bei der nunmehr 108 Jahre alten kreiseigenen Schwebefähre - am äußersten Rande des finanzschwachen Cuxlandes - handelt es sich um das einzige "Baudenkmal von nationaler Bedeutung" in der gesamten Region.

Für notwendige Sanierungsarbeiten - wie sie bei Stahlbauwerken dieser Art, etwa auch dem Eiffelturm, im Schnitt etwa alle zehn Jahre fällig sind - waren in den vergangenen Jahrzehnten Gelder vom Kreis leider in der Regel jeweils erst mit langer Verzögerung bewilligt worden, so dass es immer wieder zu jahrelangen Stilllegungen kam - und infolgedessen zu weiteren Bauschäden und eigentlich vermeidbaren Kostensteigerungen.

Die letzte Sanierung war - nach medienwirksamer Intervention unter anderem des spanischen Königs sowie mehrerer Bundespolitiker - in den Jahren 2004/06 erfolgt. Die unter anderem von EU, Bund und Land mitgetragenen Kosten beliefen sich damals auf knapp 1,3 Millionen Euro.

Mittlerweile ist die Schwebefähre, das überragende Wahrzeichen des gesamten Ostelandes, von der Bundesingenieurkammer zum "Historischen Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst" (2009) erklärt und auf Betreiben u. a. von Rendsburg, Osterrönfeld, Hemmoor und Osten gemeinsam mit sechs "Schwesterfähren" (am Nord-Ostsee-Kanal sowie in Großbritannien, Frankreich und Argentinien) für den Welterbetitel der UNESCO vorgeschlagen worden; dieser Titel war der weltältesten Schwebefähre in Bilbao bereits 2006 zuerkannt worden.