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Bei Sockel-Sanierung der Schwebefähre ist nächster Schritt schon in Sicht: Stahlkonstruktion ist dran

Niederelbe-Zeitung, 19. Januar 2017
von Maren Reese-Winne

Die Sanierung der vier Fundamente der Schwebefähre Osten ist bereits beschlossen: 900 000 Euro sollen dort 2017 verbaut werden. Dafür erwartet der Kreis Fördermittel in Höhe von rund 750 000 Euro. Die nächste Sanierung steht jedoch schon in Aussicht: Allenfalls noch drei Jahre kann der Oberbau der Fähre so bleiben, wie er ist.

Ob von der Politik auch die Unterstützung für die Sanierung der Stahlbaukonstruktion zu erwarten ist, wollte der Kreis am Mittwochmorgen in der Sitzung des Ausschusses für Hochbau, Straßen, Verkehr und Vergabe in Erfahrung bringen.

Zuletzt war die Stahlkonstruktion der 1909 errichteten Schwebefähre im Jahr 2005 saniert worden. Der Zahn der Zeit setzte dem Bauwerk prompt wieder zu – für eine regelmäßige Erneuerung des Korrosionsschutzes war zwischendurch einfach kein Geld da, wie die Kreisverwaltung freimütig in einer aktuellen Vorlage zugibt. Ein aktuelles Bauwerksgutachten geht davon aus, dass – wenn nichts passiert – der Fähre in drei Jahren eine Nutzungseinschränkung oder gar ein -verbot droht.

Wie hoch die Sanierungskosten für den Oberbau ausfallen, kann heute nur geschätzt werden. Eine „erste sehr grobe Schätzung“ landete bei rund zwei Millionen Euro. Allerdings seien die Kosten bei der jüngsten Sanierung schon deutlich höher ausgefallen als veranschlagt. Stückwerk jedenfalls, so das erste Resümee des Gutachters, bringe nichts, um auf Dauer die Standfestigkeit der Fähre zu gewährleisten.

Mit einer leidenschaftlichen Rede trat Birgit Greiner, beim Kreis zuständig für den Baudenkmalschutz, für das „einzige Bauwerk im Kreis ein, das überregional bekannt und geschätzt“ sei; ein Denkmal von nationaler Bedeutung. Erst recht könnte die Erhebung zum Weltkulturerbe Osten und den Landkreis auf die Landkarte heben. „Dann winken uns ganz andere Förderperspektiven“, kündigte Birgit Greiner an. Schon bei der anstehenden Sanierung der Pfeiler-Fundamente habe man geradezu „offene Türen eingerannt“ und Förderzusagen des Regional-Förderprogramms „Leader“, verschiedener Stiftungen und Einrichtungen des Denkmalschutzes erhalten.

Sie plädierte dafür, sich für den Erhalt einer der weltweit letzten acht Schwebefähren einzusetzen: „Wenn wir jetzt nichts machen, können wir in spätestens fünf bis zehn Jahren abbauen.“

Geschichte erhalten

Dazu wollen es die Kreis-Politiker offensichtlich nicht kommen lassen. Richard Schütt (CDU): „Wir ehren und schützen dieses Baudenkmal, sonst würden wir ein Stück Geschichte im Hadler Raum verlieren. Es ist doch wohl klar, dass wir, wenn wir die Sockel sanieren, den Rest auch machen“, sagte er.

Ähnlich äußerten sich Margret Schwittek-Ostermann (SPD) und Heino Runge (Die Grünen), während Gerhard Tienken (SPD/Beverstedt) bekannte: „Lieber sähe ich das Geld in Radwegen oder Schulen.“

Dennoch fiel der Beschluss des Ausschusses einstimmig aus: Er beauftragte die Kreisverwaltung, die Fundamente 2017 zu sanieren, ein Sanierungs- und Finanzierungskonzept für das Stahlbauwerk vorzuplanen und in Abstimmung mit dem Fachausschuss und den Haushaltsplanungen umzusetzen.

Wichtig war den Lokalpolitikern, dass alle Fördermöglichkeiten auch gesucht und ausgenutzt werden. Für 2018 sollen 200 000 Euro Planungskosten in den Haushalt eingestellt werden, für die Finanzplanung 2019 zwei Millionen Euro.