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Niederelbe-Zeitung, 19. März 2016

Von Egbert Schröder

Der Saisonstart der Schwebefähre Osten-Hemmoor steht kurz bevor. Abseits der neuen Saison geht es aber auch um neue Projekte rund um das Denkmal.

Das große Ziel ist ebenso fern wie klar und ambitioniert: Die Schwebefähre Osten-Hemmoor soll „Unesco-Weltkulturerbe“ werden. Das kann klappen, muss aber nicht. Um die Chancen zu verbessern, wird gebaut und gestaltet: So laufen auf Kreisebene nicht nur Vorbereitungen für die Sanierung der vier maroden Fundamente, sondern nach Ostern gibt es auch Gespräche über die mögliche weitere Attraktivierung des Fährplatzes auf der Hemmoorer Seite.

Bis zum Start in die neue Fährsaison wird das aber natürlich nichts mehr: Bereits ab kommenden Freitag, 25. März, heißt es wieder: „Fährmann hol över.“

Die Schwebefähre pendelt seit mehr als 100 Jahren zwischen den beiden Ufern der Oste hin und her. Zu Beginn war sie ein reines Verkehrs- und Transportmittel, heute ist sie Wahrzeichen der Osteregion und Touristenattraktion zugleich. Und sollte das klappen, was man in einem gemeinsamen Kraftakt mit den Schwebefähren-Initiativen in Frankreich, Deutschland, England und Argentinien umsetzen will, dann spielen Osten und Hemmoor zumindest formell in einer Liga mit dem Kreml, der Chinesischen Mauer und dem Tower: Ziel ist die Aufnahme in die „Weltkulturerbe“-Liste.

Eine Grundvoraussetzung, um die Chancen zu steigern, ist die Garantie, dass die Fähre auch tatsächlich noch funktionsfähig ist. Um das zu gewährleisten, müssen die vier Fundamente des historischen Baudenkmals untersucht und saniert werden. Die Planungen und Untersuchungen sollen – so der Landkreis – in diesem Jahr erfolgen. Die eigentliche Sanierung geschieht frühestens 2017. Ob der Betrag von rund 800000 Euro, der auf einer Schätzung basiert, dafür ausreicht, ist völlig ungewiss.

Um die Fundamente herum hat sich in den vergangenen Jahren bereits einiges getan. So hat die Gemeinde Osten in einem finanziellen Kraftakt den Fährplatz völlig neu gestaltet. Und auch auf der anderen Seite der Oste blieb man nicht untätig. Binnendeichs wurde der sogenannte „Fährkopf“ durch einen neuen Platz, Parkmöglichkeiten und einen Pavillon attraktiver gestaltet. Die Einweihung fand erst im vergangenen Jahr statt.

Doch möglicherweise gibt’s noch einen Nachschlag, denn nach Angaben des Hemmoorer Verwaltungschefs Dirk Brauer sollen nach den Osterferien die Gespräche über weitere Baumaßnahmen stattfinden. Das würde den Bereich direkt am Oste-Ufer betreffen, wo die Fährgäste ankommen und der noch nicht erneuert worden ist. Damit nicht genug. Wer aus Richtung Hemmoor zur Fähre unterwegs ist, kommt an vielen Stationen vorbei, an denen über die weltweit vorhandenen Schwebefähren im Detail informiert wird. Brauer schwebt eine Neugestaltung der Zufahrt ebenso vor wie die Instandsetzung des historischen Fährweges zwischen Osten und Basbeck für den Radtourismus.

Erste Pläne, die auch weitere Projekte beinhalten, liegen zwar vor, sind aber politisch noch nicht diskutiert worden. Doch Brauer verweist auf eine günstige Gelegenheit, um das Thema voranzubringen. So sieht er gute Chancen, um in der neuen Periode im Rahmen des „Leader“-Förderprogrammes das Vorhaben mitfinanzieren zu lassen: „Darüber werden wir zeitnah beraten“, so Brauer.

Erst einmal steht aber der Saisonstart der Schwebefähre Osten-Hemmoor rechtzeitig zu Ostern im Mittelpunkt. Alle weitere Themen sind Zukunftsmusik.