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Teure Sanierung

Niederelbe-Zeitung, 23.01.2015

Von Egbert Schröder

Die Begeisterung über die Schwebefähre Osten-Hemmoor hält sich bei einigen Kreistagspolitikern mittlerweile in Grenzen. Die historische und touristische Bedeutung dieses Baudenkmals stellt zwar niemand infrage. Doch bei einem Blick auf die Kosten, die die Fähre verursacht, wird hinter vorgehaltener Hand gefragt, ob und wie lange sich der Landkreis die Sanierungsmaßnahmen leisten kann und muss. Inzwischen ist bekannt, dass die Erneuerung der Fundamente knapp 800000 Euro kosten wird. Das übersteigt die bisherigen Kostenschätzungen deutlich.

Dass sich die Fundamente in einem schlechten Zustand befinden, ist keine neue Erkenntnis. Bereits 2008 hatte ein Ingenieurbüro die vier Betonklötze untersucht und Vorschläge unterbreitet, wie eine Sanierung umgesetzt werden könnte. So war von einer „Verpressung“ der vier Fundamentkerne und einer Erneuerung der Außenschalen die Rede. Kostenpunkt: knapp 400000 Euro.

Fünf Jahre später kam es dann zu einer erneuten Untersuchung, bei der eine Verbreiterung der vorhandenen Risse und das Eindringen von Wasser festgestellt wurden. Und das hat Folgen: Die bei der Konstruktion verwendete Mischung aus Ziegelsplittbeton zieht kontinuierlich Wasser und sei „zerklüftet“. Das Ingenieurbüro bezifferte „grob überschlägig“ die Instandsetzungskosten auf rund 450000 Euro. Hinzu kämen die Ausgaben für Bauüberwachung und Objektplanung. Dass eine halbe Million Euro ausreichen würde, könne man nicht mit Bestimmtheit sagen. Erst nach der Trockenlegung der auf Holzpfeilern gelagerten Betonklötze lasse sich das Ausmaß der Schäden genauer beziffern. Der stellvertretende Chef der Kreisverwaltung, Günter Jochimsen, sprach in diesem Zusammenhang von einer „Blackbox“.

Inzwischen gehen die Kostenschätzungen weit über die bislang genannten Zahlen hinaus. Der Landkreis peilt eine Sanierung der Fundamente für 2017 an und rechnet mit einem Finanzvolumen von 790000 Euro. 100000 Euro hat der Kreistag als sogenannte „Verpflichtungsermächtigung“ für 2016 im Etat verankert, um die Planung der Maßnahme voranzutreiben.

Nach Jochimsens Angaben kostet die Schwebefähre den Landkreis unter dem Strich zwischen 200000 und 250000 Euro im Jahr, da rund alle zehn Jahre eine Grundsanierung notwendig sei und auch der Unterhaltungsaufwand finanziert werden müsse. „Das ist mehr Geld, als wir für den Flughafenbetrieb in Nordholz ausgeben“, so Jochimsen am Rande einer Pressekonferenz.

Die letzte umfangreiche Sanierung erfolgte zwischen 2004 und 2006. Damals ging es um Korrosionsschutzmaßnahmen, die Erneuerung von technischen Anlagen sowie den Austausch von Motoren und Lagern. Im April 2006 konnte die zuvor stillgelegte Fähre wieder den Pendelverkehr an der Oste aufnahmen. Auch diese Maßnahme war nicht aus der Portokasse zu finanzieren: Sie kostete rund 1,26 Millionen Euro.