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Stimmungsmache gegen die Schwebefähre

23.01.2015

www.oste.de

Hinter vorgehaltener Hand wird im Cuxhavener Kreishaus offenbar Stimmung gemacht gegen eine zeitnahe Sanierung des kreiseigenen Baudenkmals Schwebefähre Osten - Hemmoor.

Weil eine bereits vor fünf Jahren für notwendig befundene Erneuerung der vier maroden Fundamente lange verzögert worden ist und unterdessen weiterhin Wasser in die "zerklüfteten" Betonteile eingedrungen ist, seien die ursprünglich veranschlagten Sanierungskosten von knapp 400.000 auf nahezu 800.000 Euro gestiegen, berichtet die Niederelbe-Zeitung (Freitagsausgabe) unter Berufung auf "einige Kreistagspolitiker".

In dem Bericht, in dem an anderer Stelle auch der stellvertretende Chef der Kreisverwaltung, Günther Jochimsen, zitiert wird, heißt es weiter, "hinter vorgehaltener Hand" werde gefragt, "ob und wie lange sich der Landkreis die Sanierungsmaßnahmen leisten kann und muss".

Bei der 106 Jahre alten Ostener Schwebefähre - am äußersten Rande des finanzschwachen Landkreises - handelt es sich um das einzige "Baudenkmal von nationaler Bedeutung" in der gesamten Region.

Für notwendige Sanierungsarbeiten - wie sie bei Stahlbauwerken dieser Art, etwa auch dem Eiffelturm, im Schnitt alle zehn Jahre fällig sind - waren in den vergangenen Jahrzehnten Gelder vom Kreis in der Regel jeweils erst mit langer Verzögerung bewilligt worden, so dass es immer wieder zu jahrelangen Stilllegungen, infolgedessen zu weiteren Bauschäden und damit zu erneuten Kostensteigerungen kam.

Die letzte Sanierung war - nach medienwirksamer Intervention unter anderem des spanischen Königs sowie mehrerer Bundespolitiker - in den Jahren 2004/06 erfolgt. Die unter anderem von EU, Bund und Land mitgetragenen Kosten beliefen sich damals auf knapp 1,3 Millionen Euro.

Mittlerweile ist die Schwebefähre, das überragende Wahrzeichen des gesamten Ostelandes, von der Bundesingenieurkammer zum "Historischen Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst" (2009) erklärt und auf Betreiben u. a. von Rendsburg, Osterrönfeld, Hemmoor und Osten gemeinsam mit sechs "Schwesterfähren" am Nord-Ostsee-Kanal sowie in Großbritannien, Frankreich und Argentinien für den Welterbetitel der UNESCO vorgeschlagen worden; dieser Titel war der weltältesten Schwebefähre in Bilbao bereits 2006 zuerkannt worden.

Die Zukunft der Wahrzeichens ist auch Thema der Jahreshauptversammlung der Schwebefähren-Fördergesellschaft am heutigen Freitag, 20 Uhr, im Ostener Hotel "Fährkrug".

>>> Dazu schreibt oste.de-Leser Hendrik Nagel auf Facebook: "Würde die Schwebefähre in Cuxhaven stehen, sähe das Ganze wohl anders aus."