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Fördergesellschaft feiert 40-jähriges Jubiläum

Niederelbe-Zeitung, 19. Oktober 2015

Dass in Märchen Personen schweben können, ist keine Seltenheit. Im Cuxland aber wird ein solches Märchen bereits seit über 100 Jahren Wirklichkeit. Obwohl die Schwebefähre Osten-Hemmoor mehrfach vor dem Aus stand, befördert sie noch heute jährlich Tausende Fahrgäste übers Wasser. Besonderen Anteil am weiteren Bestehen des Wahrzeichens trägt die Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre. Am Sonnabend feierte diese inzwischen ihr 40-jähriges Bestehen.

Der 31. Mai 1974 war für das Schwebefährendorf ein denkwürdiger Tag: Der Verkehrsbetrieb wurde aufgrund einer Ortsumgehung eingestellt. Keine wartenden Autoschlangen mehr – im Ort wurde es ruhig. Ein drohender Abriss stand bevor. Doch die Bevölkerung in Osten stemmte sich gegen ihr Schicksal – mit Erfolg.

47 Schwebefähren-Retter versammelten sich am 17. Oktober 1975 um Gastwirt Horst Ahlf im „Fährkrug“ zur Gründung der Fördergesellschaft. Verhandlungen mit dem Landkreis führten letztlich zur Genehmigung der Wiederinbetriebnahme der Fähre. Die erste offizielle Fahrt unter der Regie der Fördergesellschaft folgte am 31. Juli 1976. Seit diesem Tag kümmert sich der Verein um den Betrieb und die Instandhaltung.

„Passend zur damaligen Situation war am Gründungstag der Fördergesellschaft der Song „SOS“ von ABBA auf Platz 1 in den deutschen Charts“, sagte der Vorsitzende Karl-Heinz Brinkmann zur Begrüßung der Jubiläumsfeier. Inzwischen, 40 Jahre später, gehört die Schwebefähre zu den touristischen Vorzeigeobjekten, mit steigenden Besucherzahlen und einem Bekanntheitsgrad bis in andere Länder.

Weitere Fördergesellschaften in Städten wie Bilbao, Rochefort, Newport, Middlesbroogh und Warrington nehmen die Ostener seither zum Vorbild. Doch auf den Lorbeeren wollen sich die Vorsitzenden Karl-Heinz Brinkmann, Jan Frerichs und Lothar Klüser keineswegs ausruhen. Neue Pläne werden bereits geschmiedet. Und so ist es vom Vorstand das oberste Ziel, die Erlangung des Unesco-Titels „Weltkulturerbe“.

Zu den Feierlichkeiten im „Fährkrug“ fand neben Samtgemeinde Bürgermeister Dirk Brauer auch Ostens Bürgermeister Carsten Hubert lobende Worte an die Gesellschaft. Gemeinsam blickten sie in einer historischen Zeitreise auf die 40-jährige Erfolgsgeschichte zurück.

Dann war es so weit: Neben den Grußworten und einem gemeinsamen Mittagessen ging es für eine Überfahrt auf die Schwebefähre. Und immer wieder war bei Gründungsmitgliedern ein zufriedenes Lächeln zu erkennen.

Von Marcel Kolbenstetter