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Fähre steht auf rissigen Fundamenten

Niederelbe-Zeitung, 9. Oktober 2015

VON EGBERT SCHRÖDER

Das Problem ist er- und bekannt, doch frühestens im kommenden Jahr wird es auch angepackt: Erst 2016 erhält ein Ingenieurbüro den Auftrag, die Fundamente der Schwebefähre Osten-Hemmoor genau unter die Lupe zu nehmen. Die Experten sollen prüfen, in welchem Zustand sich die vier Pfeiler des mehr als 100 Jahre alten technischen Baudenkmals befinden. Beim Kreis rechnet man bislang mit Sanierungskosten von rund 800 000 Euro. Aber reicht das?

Die Schwebefähre ist dem Landkreis lieb und (vor allem) teuer: Knapp 1,3 Millionen Euro wurden zwischen 2004 und 2006 in die Sanierung der Touristenattraktion investiert, um nach der aus Sicherheitsgründen erfolgten Stilllegung wieder den Pendelbetrieb über die Oste zu ermöglichen.

„Zerklüfteter“ Beton-Mix

Zwei Jahre später war nach der Untersuchung eines Expertenteams klar, dass es mittel- und langfristig nicht die letzte Sanierungsmaßnahme bleibt. Ein Ingenieurbüro hatte sich die vier Fundamente angesehen und gravierende Mängel festgestellt. Fünf Jahre später folgte eine weitere Untersuchung, die zeigte, dass sich die Situation nicht verbessert hatte. So zieht die bei der Konstruktion der rissigen Betonklötze verwendete und inzwischen „zerklüftete“ Ziegelsplittbeton-Mischung kontinuierlich Wasser.

Das Finanzvolumen bezifferten die Ingenieure damals auf rund 450 000 Euro. Genau lasse sich das jedoch nicht beziffern. Dazu müssten die Fundamente erst einmal trockengelegt werden. Beim Landkreis Cuxhaven stellt man sich inzwischen auf wesentlich höhere Kosten ein. So ist von rund 800 000 Euro die Rede. Ob aber auch diese Summe ausreicht, steht derzeit noch nicht fest.

„Handlungsbedarf“

Wie die Verwaltung im Kreis-Hochbauausschuss auf Nachfrage des Lamstedter CDU-Abgeordneten Manfred Knust erläuterte, sei für das kommende Haushaltsjahr eine Summe von 100 000 Euro im Haushalt verankert worden, um ein Ingenieurbüro zu beauftragen, die Planung für die Sanierung konkret voranzutreiben. „Es besteht Handlungsbedarf“, meinte der stellvertretende Chef der Kreisverwaltung, Günter Jochimsen. Er hatte angesichts des nicht absehbaren Sanierungsaufwandes im Januar gegenüber unserer Zeitung bereits von einer „Blackbox“ gesprochen.

Amtsleiter Andreas Lesch dämpfte die Erwartungen, dass nach Abschluss der Untersuchung und Vorstellung der Planung unmittelbar mit der Sanierung begonnen werde: „Im kommenden Jahr wird noch nicht gehämmert.“

Zu viel Zeit – so Manfred Knust – dürfe man aber auch nicht verstreichen lassen: „Es darf nicht passieren, dass die Fähre nicht mehr nutzbar ist.“