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Hubert: „Gekämpft wie ein Löwe“

Platz im Schatten der Schwebefähre wurde auf dem 9. Fährmarkt eingeweiht: „Weltkulturerbe rückt in greifbare Nähe“

Niederelbe-Zeitung, 02.06.2014

VON WIEBKE KRAMP

Es war ein Weg gepflastert mit Schwierigkeiten und Stolperfallen. Umso glücklicher zeigte sich am Sonntagmorgen Ostens Bürgermeister Carsten Hubert (CDU) bei der Fährplatzeinweihung. „Ich habe manche Nacht nicht schlafen können und für den Platz gekämpft wie ein Löwe“, erinnerte er an die lange Geschichte bis zur Ratsmehrheit für die Platzerneuerung.

In seiner Einweihungsrede ging der Bürgermeister gedanklich genau 40 Jahre zurück. „Am 1. Juni 1974 war es in Osten auf einmal ganz still.“ Zwei Tage zuvor war die Ostebrücke eingeweiht und einen Tag vorher die Schwebefähre außer Dienst gestellt worden. Auf einmal fuhren die bis zu täglich Tausend Fahrzeuge nicht mehr durch den Ort, sondern nutzten den Brückenschlag. Die Folgen waren gravierend, wie Hubert schilderte: „In der Gemeinde begann das Einzelhandelssterben.“ Zum Glück hätten die damaligen Ratsherren die „Superidee“ gehabt, die Fähre zu erhalten. Eine weise Entscheidung sei es gewesen, sie an den damaligen Kreis Land Hadeln zu übertragen. Bereits in die 70er-Jahren habe es Pläne zur Fährplatzgestaltung gegeben, die in die aktuellen Planungen mit eingeflossen seien. Die Aufnahme war möglich geworden durch das Dorferneuerungsprogramm 2007.

Zehn verschiedene Steine

„Der alte Platz hatte zehn verschiedene Sorten Pflaster, die aber ohne Struktur verbaut waren. Er hatte zwar Charme, aber schon wär er nicht“, meinte der Bürgermeister. Er war voll des Lobes über Planungen sowie Bauausführungen und dankte an vorderster Stelle dem Amt für Agrarstruktur und der Metropolregion Hamburg. Aus Dorferneuerungsmitteln seien 221 000 Euro und seitens der Metropolregion 45 000 Euro in das Projekt geflossen, sodass die Gemeinde lediglich noch 100 000 Euro von den rund 340 000 Euro Baukosten tragen muss.

Der neu gestaltete Fährplatz könnte für Osten übrigens weiter reichende Bedeutung haben. Der Bürgermeister jedenfalls ist sich sicher: „Damit rückt das Weltkulturerbe für die Fähre in greifbare Nähe“. In diesem Zusammenhang ging sein großes Dankeschön an die AG Osteland und besonders an Jochen Bölsche für seine Bemühungen, die Oste-Region aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. Ein bisschen Symbolik durfte nicht fehlen: Ein von Gemeindedirektor Dirk Brauer und dem stellvertretenden Bürgermeister Uwe Hagedorn gehaltenes rotes Seidenband wurde von Hubert durchgeschnitten.

Aber nicht nur auf dem neuen Fährplatz wurde gefeiert, sondern im Ortskern bis zur Kirche. Marktmeister Lothar Klüser freute sich: „Wir haben rund 70 Stände und vor allem beim Flohmarkt ist der Zuspruch unwahrscheinlich gut.“ Von „Pütt un Pann“ über Dekoartikel, von Bratwurst- bis Cocktailstand reichte die Bandbreite. Auch Vereine und Verbände zeigten Flagge. Beim Kulturmühlen- Förderverein servierten die Landfrauen in der Mühle „Ochsenaugen“, die Feuerwehr und ihr Jugendteam zeigten ebenso Flagge wie das DRK, das zu Kaffee und Torte ins Gemeindehaus lud. Außerdem gab es Klänge vom Spielmannszug und sogar SambaRhythmen. Im Dauer-Pendeleinsatz zwischen Hemmoorer und Ostener Ufer war die Schwebefähre. Begonnen hatte der 9. Fährmarkt morgens mit einem von Pastor Dieter Duksch gehaltenen und vom Posaunenchor musikalisch begleiteten Freiluftgottesdienst vor der Petri-Kirche.

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -
Neues Pflaster im Schatten der Schwebefähre:
Für Bürgermeister Carsten Hubert (am Mikrofon) war die
Fährplatzeinweihung ein ganz besonderer Anlass
der Freude. Fotos: Kramp