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„Eiserne Lady“ bekommt nasse Füße

Sanierung der vier Fundamente der Schwebefähre notwendig / Kostenschätzung: mindestens eine halbe Million Euro

Niederelbe-Zeitung, 24.04.2014

VON EGBERT SCHRÖDER

Die schlechte Nachricht: Die vier wuchtigen und über 100 Jahre alten Fundamente der Ostener Schwebefähre lösen sich auf. Die gute Nachricht: Im Kreistag Cuxhaven bahnt sich eine breite Mehrheit an, um eine umfassende Sanierung im kommenden Jahr zu finanzieren. Kostenpunkt: mindestens eine halbe Million Euro. Mindestens, denn das wahre Ausmaß der Schäden ist erst absehbar, wenn die Bauarbeiten bereits begonnen haben. In der Kreisverwaltung spricht man bei diesem Projekt bereits von einer „Blackbox“.

Die Schwebefähre Osten-Hemmoor ist dem Kreistag lieb und teuer. 2001 musste das technische Baudenkmal angesichts umfassender Schäden an der Konstruktion bereits stillgelegt werden. Aus Eigenmitteln des Kreises und mithilfe von Fördertöpfen erfolgte zwischen 2004 und 2006 die Sanierung der Fähre für rund 1,26 Millionen Euro. So wurden unter anderem Korrosionsschutzarbeiten vorgenommen, Motoren, Lager und Getriebe ausgetauscht sowie die elektrischen Anlagen erneuert. Angesichts des ohnehin hohen Finanzvolumens blieb die Sanierung der vier Fundamente, auf denen die Schwebefähre an beiden Uferseiten der Oste errichtet worden war, damals außen vor.

Doch schon ein Jahr nach der Wiederinbetriebnahme der Fähre (im April 2006) wies ein Ingenieurbüro nach der Entnahme von Bohrkernen in einem Gutachten auf den schlechten Zustand der Fundamente hin. Im vergangenen Jahr erfolgte auf der Grundlage dieses Gutachtens dann eine erneute Überprüfung. Das wenig überraschende Resultat: Der Zustand der „Eisernen Lady“ hat sich weiterhin verschlechtert. So haben sich die ohnehin schon großen Risse in der Außenhaut verbreitert, sodass Wasser eindringen kann – und auch eindringt: Die Mischung aus Ziegelsplittbeton zieht dauerhaft Wasser und ist – so die Gutachter – „zerklüftet“. „Das Betongefüge ist zerfallen, der Beton durchfeuchtet“, so die Kreisverwaltung. Wie lange dieser Zustand aus Sicherheitsgründen noch akzeptabel ist, bleibt fraglich. Doch die Empfehlung lautet, innerhalb der nächsten fünf Jahre zu handeln.

„Alleinstellungsmerkmal“

Gehandelt werden soll aber nach dem Willen des Hochbau- und Verkehrsausschusses des Kreistages, der sich gestern traf, bereits im kommenden Jahr. SPD-Fraktionschef Claus Johannßen kündigte an, dass die rot-grüne Gruppe im nächsten Jahr Geld für die Sanierung zur Verfügung stellen will. Das wird nicht aus der Portokasse zu finanzieren sein. Die vom Ingenieurbüro „grob überschlägig geschätzten Instandsetzungskosten“ liegen aktuell bei 430 000 Euro. Darin sind Objektplanung und Bauüberwachung aber noch nicht enthalten. Zudem könnte es unangenehme und teure Überraschungen geben, wenn man die auf Holzpfeilern gelagerten Fundamentklötze trockenlegt und begutachtet. Von der Bohrkernanalyse aus dem Jahre 2007 allein lässt sich nicht ableiten, wie stark die Fundamente tatsächlich in Mitleidenschaft gezogen worden sind.

Doch das schreckt die Kreistagspolitiker anscheinend nicht. Manfred Knust plädierte ebenfalls für eine Sanierung: „Wer A sagt, muss auch B sagen“, meinte der CDU-Politiker mit Blick auf die bereits erfolgten Sanierungsmaßnahmen. Gabriele Behrens (Grüne) sieht das ähnlich: „Die Schwebefähre hat ein Alleinstellungsmerkmal in der Region. Da müssen wir jetzt ran.“