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„2017 ist nicht zu halten“

Verfahren um Anerkennung der Schwebefähre als Unesco-Weltkulturerbe zieht sich in die Länge

Niederelbe-Zeitung, 21.10.2014

VON EGBERT SCHRÖDER

Rückschlag im Kampf um die Anerkennung der Schwebefähre als Unesco-Weltkulturerbe: War bislang davon die Rede, dass man im Jahre 2017 mit dieser Auszeichnung rechnen könnte, so ist der Zeitplan inzwischen völlig unrealistisch. Nach Informationen unserer Zeitung kommt es bei der Bearbeitung des internationalen „Sammelantrages“, der eigentlich schon im kommenden Jahr gestellt werden sollte, zu erheblichen Verzögerungen. Während in Deutschland die Hausaufgaben weitgehend erledigt sind, hinken Frankreich und England noch hinterher – ganz zu schweigen von Argentinien.

Beim Kampf um den Titel ist Strategie im Spiel: Die bislang einzige Schwebefähre auf der Unesco- Liste ist die „Vizcaya“-Querung im spanischen Bilbao. Was die Spanier 2006 geschafft haben, möchten die Politiker für die anderen sieben Schwebefähren in Deutschland (Osten und Rendsburg), Argentinien (Buenos Aires), Frankreich (Rochefort) und Großbritannien (Newport, Middlesbrough und Warrington) auch erreichen.

Ziel ist ein „Sammelantrag“, den Argentinien stellen soll. Den Südamerikanern werden die größten Chancen eingeräumt, den Zuschlag zu erhalten, da dort bislang nur sehr wenige Unesco- Weltkulturerbe-Titel vergeben worden sind. Doch bei der grenz- und kontinentüberschreitenden gemeinsamen Initiative hakt es. So sollte eigentlich schon im kommenden Montag ein gemeinsamer Antrag auf den Weg gebracht werden. Doch davon sind die Beteiligten weit entfernt. Das bestätigte der Darmstädter Denkmalschützer Rolf Höhmann gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Höhmann, der sich seit Jahren um das Projekt kümmert und im Februar mit dem „Goldenen Hecht“ der Arbeitsgemeinschaft Osteland ausgezeichnet worden war, ist zwar optimistisch, dass mit den Franzosen in Kürze eine endgültige Abstimmung des Antragstextes erfolgen könnte. Die Gespräche mit den Engländern gestalten sich dagegen wesentlich schwieriger: „Da gibt es bürokratische Probleme.“

Eines dieser Probleme ist, dass die Engländer ihre sogenannte „Tentativliste“ mit den Vorschlägen für die Anerkennung als Unesco-Weltkulturerbe bereits vor vier Jahren abgeschlossen haben. Zudem werde die zuständige Behörde gerade umstrukturiert. Mit einem solch schleppenden Vorgang habe er nicht gerechnet: „Ich hätte nie geglaubt, dass die Engländer noch bürokratischer als die Deutschen sind.“

„Zum Jagen tragen“

In Euphorie versetzt das gemeinsame Projekt zudem anscheinend auch die Argentinier nicht: „Da muss man viele Gesprächspartner zum Jagen tragen.“ Daher ist es für Höhmann auch völlig abwegig, dass 2015 ein gemeinsamer Antrag abgeschickt wird, um zwei Jahre später die Anerkennung als Weltkulturerbe zu erhalten: „Das Ganze ist wesentlich langwieriger und komplizierter als gedacht.“ Eine Möglichkeit, das Verfahren zu beschleunigen, sieht Höhmann darin, sich quasi an die bereits anerkannte Fähre in Bilbao anzudocken und auf eine „Erweiterung“ zu hoffen.

Eines ist aber auch in diesem Fall klar: „Das Jahr 2017 ist nicht zu halten.“ Unterdessen gehen die Bemühungen, vor dem Hintergrund des angestrebten Unesco-Titels auch das Umfeld der Schwebefähre zu attraktivieren, weiter. Nachdem bereits der neue Ostener Fährplatz im Mai eingeweiht worden ist, sollen nun auch am Basbecker Fährkopf die Arbeiten beginnen.

Nur noch auf Abruf

Zwischen April und Oktober werden an der Ostener Schwebefähre stündliche Touren angeboten. Ab Anfang November gibt es dann aber einen „Fahrplanwechsel“: Fährfahrten sind ab 3. November nur noch nach Anmeldung möglich. Buchungen können montags bis freitags zwischen 9 und 13 Uhr unter 01 72-6 61 84 67 telefonisch erfolgen.