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Marathon-Tour

08.04.2011

Marathon-Tour zu sieben "faszinierenden Brücken"

Britische Benefiz-Biker machen Station an den beiden deutschen Schwebefähren / Ehrenteller der Gemeinde Osten / 3200 Kilometer für die Nierenforschung / Hoffen auf den Unesco-Welterbetitel

Nierenforschung zu unterstützen und für Organspenden zu werben, absolviert die Britin zur Zeit gemeinsam mit ihrem Partner Robert Reese (52) eine 3200-Kilometer-Marathontour per Motorrad durch Europa, bei der das Paar auch im schleswig-holsteinischen Osterrönfeld bei Rendsburg und im niedersächsischen Osten (Landkreis Cuxhaven) Station machte.

Die Motorradfreunde aus der südwalisischen Hafen- und Schwebefähren-Stadt Newport haben sich zum Ziel gesetzt, binnen zehn Tagen alle sieben noch erhaltenen europäischen "transporter bridges" zu besuchen, wie die Briten die um die vorletzte Jahrhundertwende entstandenen skurrilen Bauwerke mit ihren "fliegenden Gondeln" nennen.

Den architektonischen und technikgeschichtlichen Reiz der "faszinierende Brücken", die sich zur Zeit per Unesco-Sammelantrag um den Weltkulturerbe-Titel bewerben, erlebten bei beiden Briten zunächst in ihrem Heimatland. Nach der Verabschiedung in Newport und einer Zwischenstation in Warrington am River Mersey besuchten sie die nordenglische Hafenstadt Middlesbrough, die gerade das 100-jährige Bestehen ihrer Schwebefähre feiert.

Nach der Überfahrt per Fährschiff nach Amsterdam nahmen die Biker die Schwebefähre über der gigantischen Eisenbahnbrücke unter den "Kiel Canal" in Augenschein, bevor sie nach einem Stopp in Osterrönfeld ihre schwere BMW per Elbfähre Glückstadt - Wischhafen über die "Deutsche Fährstraße" an den 150 Kilometer langen Elbnebenfluss Oste steuerten.

An Deutschlands 1909 erbauter ältester Schwebefähre erlebten die britischen Fährfreunde norddeutsche Gastlichkeit. Bürgermeister Carsten Hubert überreichte ihnen den Ehrenteller der Gemeinde. Im Hotel "Fährkrug" berichtete Hotelier und Fährvereinsvorsitzender Horst Ahlf über seinen Newport-Besuch 2006 zum Hundertjährigen der dortigen "transporter bridge", während dessen Stellvertreter Karl-Heinz Brinkmann die 101 Jahr alte Fähre präsentierte.

Ortsheimatpfleger Frank Auf dem Felde führte durch die museale "FährStuv" des Dorfes, und Jochen Bölsche und Torsten Wichmann von der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. stellten auf der Fährstraße im benachbarten Hemmoor die von ihrer "Lobby für die Oste" konzipierte "Internationale Schwebefähren-Infomeile" vor. Dort freuten sich die Newporter besonders über die Darstellung ihrer heimischen Fährbrücke, die Zeitgenossen bei der Eröffnung 1906 als "so stark wie Herkules, so schön wie Apoll" rühmten.

Weil die historischen Oste-Prahmfähren in Gräpel und Brobergen (Landkreis Stade) erst in Kürze in die Saison starten, inspizierten die britischen Gäste ersatzweise in Oberndorf das unlängst eingeweihte 1:2-Fährmodell samt der neuen Fährmann- und Fährgast-Denkmäler sowie das Sperrwerk und die Klappbrücke an den einstigen Fährstellen in Neuhaus und Geversdorf, bevor sie Freitagmorgen zu ihrer nächsten Station aufbrachen, der "pont transbordeur" über die Charente in Rochefort an der französischen Atlantikküste.

Auch in Frankreich sowie zum Abschluss ihrer Tour, an der "puente transbordador" im spanischen Bilbao, will Maureen Hendon auf die Website  www.justgiving.com/r-mbiketour hinweisen, auf der sie um Direktspenden an die walisische Nierenstiftung "Kidney Wales Foundation" bittet. Ihr nicht allzu hochgestecktes Mindestziel, mit Hilfe ihrer Charity-Tour Spenden in Höhe von 1000 Pfund (rund 1200 Euro) für die Stiftung zu akquirieren, hatte sie zu etwa 60 Prozent erreicht, bevor sie in Osten zu den beiden letzten Stationen aufbrach.

"Als langjährige Nierenpatientin habe ich erfahren, dass mehr Forschung notwendig ist, für die wiederum Spendengelder erforderlich sind," hatte die Fährenfreundin bei ihrem Start gegenüber der britischen BBC ihre Beweggründe dargelegt, über die sie auch an der Oste vor deutschen TV-Kameras sprach. An allen sieben Stationen ihrer Reise hielt Maureen Hendon überdies Informationsmaterial bereit, mit dem sie die Bereitschaft zur Organspende fördern will. (JB)