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Die Schwebefähren sollen UNESCO-Weltkulturerbe werden

Ingenieurwissenschaften Suite101, 24.03.2011

Dieter Helmut

Gemeinsam wollen sieben internationale Standorte von Schwebefähren bei der UNESCO den Antrag stellen, als Weltkulturerbe anerkannt zu werden.

Weltweit gibt es noch acht Schwebefähren in Betrieb. Nachdem die Schwebefähre in Bilbao/Spanien an der Biskaya bereits im Jahre 2006 als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt worden ist, wollen es Ihr die verbliebenen sieben Fähren aus dem 2003 in Bilbao gegründeten Weltverband der Schwebefähren gleich tun. Mit König Juan Carlos I. als Ehrenvorsitzendem haben die Mitglieder des Weltverbandes einen prominenten Fürsprecher gewinnen können.

Schwebefähren: Standorte und Funktion

Mit dabei sind die deutschen Standorte Rendsburg mit der Fähre über den Nord-Ostsee-Kanal und Osten mit der Fähre über die Oste in der Nähe der Elbmündung. Aus Frankreich gehört die Stadt Rochefort und aus Argentinien die Stadt Buenos Aires zu diesem erlesenen Kreis. Hinzu kommen aus Großbritannien die Städte Warrington, Newport und Middlesbrough.

Die Schwebefähren hängen an Seilen öder Trägern an Brückenkonstruktionen und überqueren Flüsse oder Kanäle. Sie waren zu ihrer Zeit eine Meisterleistung der Ingenieurskunst und hatten den Vorteil, im Bau billiger zu sein als eine Brücke für Fahrzeuge, im Betrieb billiger zu sein als ein Fährschiff und von den Jahreszeiten unabhängig zu sein.

Die acht Schwebefähren in der Chronik

1893: Die älteste Schwebefähre Puente de Vizcaya im spanischen Baskenland wurde 1893 eingeweiht und führt über die Mündung des Nervión zwischen Bilbao und der Biscaya. Die Schwebefähre ist optimal in das Verkehrsnetz von Bilbao und seines Umlandes integriert und erspart seinen Benutzern 20 km Autobahnfahrt. Für fünf Euro kann man oben auf der Brückenkonstruktion zu Fuß den Fluss überschreiten und das prächtige Panorama genießen.

1900: Zwischen Rochefort und Échillais in Frankreich führt die Schwebefähre seit 1900 über die Charente. Weil es inzwischen eine mautpflichtige Spannbetonbrücke über die Charente gibt, dient die Schwebefähre Rochefort hauptsächlich dem Tourismus und befördert nur Fußgänger und nicht zulassungspflichtige Fahrzeuge.

1906: Die Schwebefähre in Osten an der Oste ist die älteste in Deutschland und wurde 1909 in Betrieb genommen. Sie dient heute allein touristischen Zwecken.

1906: Die 1906 eröffnete Schwebefähre im walisischen Newport führt über den Usk. Sie war eine echte Alternative zu einer Brücke, weil wegen der flachen Landschaft, wegen des großen Tidenhubs und wegen der notwendigen Durchfahrtshöhe für Schiffe eine sehr lange Anfahrtrampe hätte gebaut werden müssen. Die Fähre ist das Wahrzeichen von Newport.

1911: Die Schwebefähre von Middlesbrough über den Tees ging 1911 in Betrieb und stellt das mit 49 Metern Höhe das zweitgrößte Bauwerk für eine Schwebefähre dar; nur das Bauwerk von Newport ist noch sechs Meter höher.

1913: Die Schwebefähre bei Rendsburg überquert den Nord-Ostsee-Kanal unter der zwischen den Jahren 1911 und 1913 erbauten Rendsburger Eisenbahn-Hochbrücke hängend. Seit ihrer Eröffnung im Dezember 1913 gilt immer noch der selbe Fahrplan für die zwei Minuten dauernde Überfahrt: Abfahrt alle 15 Minuten von 5-23 Uhr im Sommer und 5-22 Uhr im Winter.

1914: In Argentinien überquert eine Schwebefähre den Riachuelo zwischen Buenos Aires und Avellaneda seit 1914. Sie hat keinerlei verkehrsmäßige Bedeutung, da bereits 1940 nur etwa 100 Meter entfernt eine Brücke erbaut wurde.

1915: In Warrington ist die Schwebefähre seit 1915 in Betrieb genommen worden. Sie verbindet zwei Abteilungen einer Chemiefabrik und befindet sich im Privatbesitz. Ursprünglich sollte sie Eisenbahnwaggons transportieren. Sie ist seit 1964 wegen ihres schlechten baulichen Zustands nicht mehr in ständigem Betrieb, aber funktioniert noch.