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Hubert: Der Titel "Welterbe" ist wichtig

Ringen um Anerkennung der Schwebefähre von der Unesco geht weiter

VON HEIKE LEUSCHNER

Knapp 900 Denkmale weltweit tragen ihn bereits – den Unesco-Titel „Welterbe“. Eine Ehre, auf die die Schwebefähre Osten/ Hemmoor noch wartet. Wie wichtig den Ostenern das werbeträchtige Prädikat ist, wurde am Freitagabend auf der Jahrestagung der „Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten-Hemmoor“ deutlich. Bürgermeister Carsten Hubert will für den Titelkampf sogar die Gemeinde zur Kasse bitten.

Im Oktober 2009 hatten Vertreter der weltweit noch existierenden sieben Schwebefähren aus Argentinien (Buenos Aires), Großbritannien (Newport und Warrington), Spanien (Bilbao), Frankreich (Rochefort) und Deutschland (Rendsburg und Osten) in Rendsburg verabredet, sich gegenüber den Regierungen ihrer Länder für eine „gemeinsame und serielle Bewerbung“ um den Weltkulturerbe- Titel einzusetzen, den bislang nur die Fähre im spanischen Bilbao trägt.

Gutachten

Nun ist geplant, die Bauwerke für den Sammelantrag bei der Unesco vom Darmstädter Büro für Industriearchäologie begutachten zu lassen. Dabei handelt es sich um ein Fachbüro, das nach Angaben von Birgit Greiner vom Bauaufsichtsamt des Landkreises Cuxhaven bereits mehrere derartige Anträge bearbeitet hat. Wie Carsten Hubert am Freitagabend auf der Versammlung berichtete, soll das Gutachten 32 000 Euro kosten. Das Land Schleswig-Holstein habe dafür bereits 14 000 Euro in Aussicht gestellt, aus Frankreich sollen 7000 Euro kommen. Einen Teil der noch fehlenden 11 000 Euro will die Gemeinde Osten in ihren Haushalt für 2010 einstellen, kündigte Hubert an. Wie viel, vermochte er noch nicht zu sagen. „Der Titel Weltkulturerbe ist wichtig für uns“, betonte der Bürgermeister, „ansonsten stehen wir in 20 oder 30 Jahren vielleicht wieder vor Problemen, die uns zwingen könnten, den Fährbetrieb einzustellen.“

Sammelbewerbung

Einig sind sich die Beteiligten, dass eine Sammelbewerbung für alle noch existierenden Schwebefähren Einzelanträgen aus den einzelnen Ländern vorzuziehen ist. Darauf verwies auch Landkreismitarbeiterin Birgit Greiner in ihrem Sachstandsbericht. Nach ihren Informationen würde eine Einzelbewerbung zu lange dauern. „Andere nationale Vorhaben haben Priorität, die deutsche Liste ist bis mindestens 2018 besetzt.“

Hemmnis Windkraft?

Jochen Bölsche von der AG Osteland schätzt das Vorhaben, in die Weltkulturerbe-Liste aufgenommen werden, als „aussichtsreich“ ein. Gleichzeitig befürchtet er, dass die Empfehlungen des Landkreises für neue Windparkstandorte (auf der Vorschlagsliste steht auch Hemmoor-Isensee) den Titelkampf behindern könnten. „Sollten in der Nähe tatsächlich Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von 100 Metern gebaut werden, würde uns das die Aussicht auf den Titel Weltkulturerbe kaputt machen.“

NEZ, 01.02.2010