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Die Schwebefähre über der Oste

NDR, 05.07.2010

Gemächlich durchfließt die Oste die Landkreise Harburg, Rotenburg/Wümme, Stade und Cuxhaven. Niedersachsens nördlichster Nebenfluss der Elbe ist stolze 153 Kilometer lang und verbindet Weser und Elbe. Die Oste ist auch bekannt als "Fluss der Fähren", denn bis weit in das 20. Jahrhundert hinein verkehrten hier mehr als zwei Dutzend dieser Wassergefährte, von denen die meisten mittlerweile durch Klappbrücken oder feste Brücken ersetzt worden sind. Eine ganz besondere Fähre ist seit 2006 wieder in Betrieb: die Schwebefähre in Osten bei Hemmoor im Landkreis Cuxhaven.

Älteste Fähre Deutschlands

Das einzigartige Industriedenkmal wurde schon im Jahr 1909 eingeweiht und ist damit die älteste Fähre Deutschlands. Jahrzehntelang lag die Stahlkonstruktion brach, bis sie dank großzügiger Liebhaberspenden in Höhe von 1,1 Millionen Euro endlich in neuem Glanz erstrahlen konnte. Inzwischen ist der Fähre sogar königlicher Beistand gewiss: Spaniens König Juan Carlos I. vertritt als Schirmherr des "Weltverbands der Schwebefähren", von denen weltweit nur noch acht Stück existieren, auch das Erbe des technischen Meisterwerks im Norden Deutschlands.

Der Eiffelturm des Nordens

Konstruiert worden ist die Fähre im MAN-Werk Gustavsburg bei Mainz. Die Bauleitung übernahm der Berliner Max Pinette. Die Baukosten betrugen damals 280.000 Mark. Die mächtigen genieteten Stahlstreben des 30 Meter hohen Traggerüsts der Fähre verraten die enge Verwandtschaft zum Pariser Eiffelturm. Fast 290 Tonnen Stahl wurden für das 90 Meter lange Bauwerk verbaut. Völlig neuartig war die Konstruktion der 16 mal 4,30 Meter großen Fahrgondel. Sie allein wiegt 34 Tonnen. Der Antrieb erfolgt mittels Elektromotor.

Denkmalpfleger verhinderten den geplanten Abriss

Als 1974 eine neue Brücke über die Oste fertiggestellt wurde, musste die Schwebefähre ihren Betrieb einstellen. Das Landesamt für Denkmalpflege verhinderte den zunächst geplanten Abbruch. Im Oktober 1975 wurde die "Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten" gegründet. Sie übernahm den Betrieb für touristische Zwecke. Das Land Niedersachsen unterstützte mit erheblichen Mitteln mehrere Sanierungsmaßnahmen - ein Glück, denn sonst wäre der "Eiffelturm des Nordens" nur noch Erinnerung.