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Jahreshauptversammlung 2008

Bekommt Basbeck wieder einen Hafen?

Hemmoor hat eine Studie in Auftrag gegeben, in der untersucht werden soll, ob die historische Schiffsanlegestelle auf der Basbecker Seite der Schwebefähre wieder hergestellt und zum Beispiel als Anleger für Museumsschiffe genutzt werden kann.

Mit dieser guten Nachricht überraschte Samtgemeinde-Bürgermeister Dirk Brauer auf der Jahreshauptversammlung der Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten - Hemmoor am Freitag im Ostener Fährkrug.

Die Fördergesellschaft habe bereits mit dem Ostedeichverband einen Nutzungsvertrag für die alte Anlegestelle am Basbecker Fährkopf geschlossen, die von 1830 bis 1954 genutzt worden sei, und Teile des alten Kopfsteinpflasters freigelegt, berichtete Vereinsvorsitzender Horst Ahlf. Bis zum 100jährigen Bestehen der Fähre im Oktober 2009 solle auch die historische Fährstraße in Basbeck wiederhergestellt sein.

In seinem Grußwort hatte Brauer dargelegt, "dass die Schwebefähre in der Stadt Hemmoor und in der Samtgemeinde endgültig angekommen" sei; das Baudenkmal solle verstärkt in die Hemmoorer Tourismuswerbung einbezogen werden. Nach der Aufnahme Hemmoors in die Städtebauförderung seien auch die Chancen gestiegen, die Basbecker Fährstraße bis 2009 "im alten Glanz wiedererstehen" lassen zu können.

Bürgermeister Saul nicht eingeladen

Obwohl sich die Mitgliederversammlung der Fördergesellschaft 2007 durch Satzungs- und Namensänderung für eine engere Zusammenarbeit zwischen Osten und Hemmoor ausgesprochen hatte, klappt es offenbar noch immer nicht so recht mit der Kooperation über den Fluß hinweg. Der Hemmoorer Bürgermeister Hans-Wilhelm Saul - der seit Anfang 2008 satzungsgemäß kraft Amtes dem Vorstand angehört - trug vor, er sei zu keiner einzigen Vorstandssitzung eingeladen worden. Der Vorstand blieb eine schlüssige Begründung für dieses Fehlverhalten schuldig.

Ebenso wie zuvor Dirk Brauer betonte auch der Ostener Bürgermeister Carsten Hubert die Notwendigkeit, das Projekt Fähr- und Flußmuseum Osten voranzutreiben. Wenn der Ostener Etat genehmigt werde, könne das Gebäude - die Hammann'sche Scheune - noch 2008 angekauft und mit dem Umbau begonnen werden. Für die inhaltliche Gestaltung des Museums sieht sich neben dem Fährverein auch der Ostener Heimatverein in der Pflicht, wie dessen Vorsitzende Erika Borchers betonte.

Für die Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. berichtete Jochen Bölsche über die Absicht, aus Anlaß des 100-jährigen Fährjubiläums das kommende Jahr von der Quelle bis zur Mündung als "Jahr der Oste" zu begehen. Bei einem Osteland-Workshop in Hechthausen hätten 20 Vertreter von Vereinen und Kommunen bereits rund 100 Ideen für das Programm beigesteuert.

Carsten Hubert lädt zur Weltkonferenz

Der Arbeitskreis deutsche Schwebefähren innerhalb der AG Osteland werde weiterhin die Interessen der beiden Fähren an der Oste und am Nord-Ostsee-Kanal auf nationaler und internationaler Ebene vertreten sowie die Kooperation der Fährorte im Rahmen des Projekts Deutsche Fährstraße fördern. Bölsche sprach sich dafür aus, das Fährjubiläum - wie die Einweihung der Fähre im Jahre 1909 - auf beiden Seiten des Flusses gemeinsam mit Hemmoor zu feiern.

Bürgermeister Hubert bekräftige seine bereits 2005 gemeinsam mit seinem Rendsburger Kollegen Andreas Breitner ausgesprochene Einladung an die Vertreter der Schwebefähren in Argentinien, Großbritannen, Spanien und Frankreich, 2009 eine Weltkonferenz in der Bundesrepublik abzuhalten.

Horst Ahlf hob in seinem Bericht hervor, dass die Zahl der Fahrgäste (rund 31 000) im Jahre 2007 gegenüber dem Vorjahr (rund 37 000) trotz einer anhaltend guten Medienresonanz rückläufig gewesen sei. Als einen der Gründe nannte er den alten Schiffsanleger, der an vielen Hochwassertagen die Fähre blockiert habe.

Im Frühjahr kommt der neue Schiffsanleger

Zu diesem Punkt konnte Carsten Hubert berichten, dass der seit Jahren diskutierte neue Anlager im April oder Mai zu Wasser gelassen werden soll. Es handele sich um einen wartungsarmen winterfesten Daueranleger, dessen Kosten (gut 110 000 Euro) mit Hilfe von Fördergeldern in Höhe von 102 000 Euro bestritten werden. Demnächst werde mit den Rammarbeiten für die Dalben begonnen.

Viel Beifall erhielt der 2. Vorsitzende Karl-Heinz Brinkmann, der über die geplante Chronik zum Jubiläumsjahr, die neue Website, die Flyer und viele andere Werbemittel, zum Beispiel die Fährkalender, berichtete. Nachdem die Post die Herausgabe einer Sondermarke zum Jubiläum abgelehnt habe, werde sich der Verein nun um einen Sonderstempel bemühen. Brinkmann habe die Vereinsarbeit "in hervorragender Weise bereichert", hob der Ostener Ratsherr Lothar Klüser hervor.

Wie aus dem Kassenbericht von Erich Meyer hervorging, sind die Notzeiten für den 215 Mitglieder starken Verein vorüber. Dank wieder fließender Fähreinnahmen (rund 21 000 Euro pro Jahr) konnte unter anderem den Fährleuten - deren Arbeit in der Versammlung wiederholt gelobt wurde - eine "Aufwandsentschädigung" in Höhe von über 5000 Euro gezahlt werden, für die Verwaltung des Vereins konnten 2600 Euro ausgegeben werden. Auf Antrag der Kassenprüfer Ewald Tietzel und Herbert Guthahn wurde dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt. Als Kassenprüfer fungiert neben Tietzel künftig auch Wilfried Röndigs.

Vorstand durch vier Beisitzer verstärkt

Einstimmig wählte die Versammlung vier neue Beisitzer: IG-Bahnhofstraßen-Sprecher Curt Schuster (Hemmoor), Chefredakteur Klaus Liedtke (Großenwörden), Ortsheimatpfleger Frank Auf dem Felde und Fährmann Heinz Thedrian (beide Osten). Der Festausschuß wurde durch den ehrenamtlichen Fährtechniker Stefan Buck und den Ratsherrn und Fährmarkt-Experten Lothar Klüser verstärkt.

In der Aussprache trugen Vereinsmitglieder eine Reihe von Anregungen für die künftige Arbeit vor. Ratsherr Johannes Schmidt (Hemmoor) warb für eine Zusammenarbeit von Fördergesellschaft und Gymnasium Warstade bei Projekten für den naturwissenschaftlichen Unterricht. Erika Haack (Osten) berichtete über ihr Vorhaben, einen Wellness-Führer für das gesamte Osteland herauszugeben.

Zu Beginn der Versammlung, in der des jüngst verstorbenen Mitglieds Heinz Wassermann (Großenwörden) ehrend gedacht wurde, hatte der Landtagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende der SPD im Kreistag, Claus Johannßen, die touristische Bedeutung des kreiseigenen Baudenkmals hervorgehoben. Er sei als Kreistagsmitglied nach Osten gekommen, um den Vereinsmitgliedern zu zeigen, "dass wir an Ihrer Seite stehen".


 Ostemarsch, 26.01.2008