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400 00 Euro für Fundamente

Überraschend hoher Investitionsbedarf an Ostefähre / Betonsockel erfüllen statische Funktionen

Osten (ike). Erster Kreisrat Günter Jochimsen ist verärgert. Nach der rund 1,26 Millionen Euro teuren Sanierung der Schwebefähre Osten müssen erneut erhebliche Mittel für das technische Baudenkmal aufgebracht werden. Von geschätzten 350 000 bis 400000 Euro war gestern im Hochbau-Ausschuss die Rede. Grund: Alle vier Fundamentpfeiler brauchen im Kern mehr Halt.

Es ist eine Investition, mit der zwei Jahre nach Wiederinbetriebnahme der Ostefähre keiner gerechnet hat. Eigentlich stand lediglich die Sanierung des immer noch in Folie gehüllten Basbecker Fährfußes auf dem Programm. Dieser war wegen fehlender Mittel (so der Landkreis) bislang noch nicht repariert worden. Vor der Vergabe des Auftrags hatte ein Bremer Ingenieurbüro für den Landkreis den genauen Umfang der erforderlichen Arbeiten ermittelt und die Kosten geschätzt.

Zur Überraschung des Landkreises wurde bei dieser Untersuchung festgestellt, dass umfangreiche Maßnahmen erforderlich sind, um das Fundament in einen haltbaren Zustand zu versetzen und die Standsicherheit langfristig zu gewährleisten. Dafür sei es notwendig, den Fundamentkern mit einer Silikonmikroemulsion zu verpressen und die Außenschale zu erneuern, informierte Fachgebietsleiter Jürgen Schulz die Mitglieder des Fachausschusses für Hochbau, Straßen und Verkehr. Da die Betonfundamente gemeinsam mit dem Stahlkern statische Funktionen erfüllen, müsse diese Maßnahme aus Standsicherheitsgründen an allen vier Betonfundamenten vorgenommen werden. Die Ausgaben pro Pfeiler habe das beauftragte Ingenieurbüro auf einen Betrag zwischen 88 000 und 97 000 Büro geschätzt.

Möglicherweise ließen sich die Kosten dadurch verringern, indem jeweils zwei Fundamente gleichzeitig saniert werden, sagte Schulz. Trotzdem könne der Landkreis als Eigentümer der Fähre die Mittel nicht allein aufbringen. Wie bereits in der Vergangenheit bemühe sich der Kreis derzeit um Förderzusagen von verschiedenen Stiftungen und Institutionen. Akute Gefahr für den Fährbetrieb besteht nach Auskunft von Schulz derzeit nicht. „Allerdings können wir mit der Sanierung auch keine zehn Jahre mehr warten."

Sichtlich verärgert äußerte sich Jochimsen zu dem erst jetzt bekannt gewordenen Sanierungsbedarf. Der Erste Kreisrat verwies auf das umfangreiche Gutachten, das vor der Fährsanierung im Jahre 2004 zum Reparaturumfang erstellt worden war. Damals seien keine Traglastprobleme festgestellt worden. Ob es nun Glück oder Pech für die Fähre ist, dass das Ausmaß des Sanierungsbedarfs für die Betonfundamente erst jetzt bekannt wurde, ließ Jochimsen offen: „Wenn wir damals schon gewusst hätten, dass die Kosten 90000 statt 30 000 Büro pro Fundament betragen, hätten wir die Fähre vielleicht gar nicht mehr."

NEZ, 22.05.2008