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Ostener Schwebefähre

11.04.2007

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Im Norden Niedersachsens zwischen Hamburg und Cuxhaven befindet sich ein bundesweit außergewöhnliches Bauwerk: die Schwebefähre über die Oste. 1908/09 errichtet, verbindet sie die durch das Flüsschen voneinander getrennten Gemeinden Hammoor und Osten. Die Überwindung der Oste an der bereits historisch wichtigen Straßenverbindung von Wischhafen an der Elbe ins Binnenland kann bereits seit dem Mittelalter nachgewiesen werden. Der rege Schiffsverkehr, die von Ebbe und Flut beeinflussten hohen Wasserstände, Stürme und Eisgang führten jedoch zu häufigen Störungen. Ende des 19. Jahrhunderts sollte mittels einer Drehbrücke diesem Umstand entgegengewirkt werden, was sich jedoch nicht finanzieren ließ. Für ein wenig mehr als die Hälfte der Brückenkosten veranlasste die Gemeinde Osten 1905 die Errichtung einer stählernen Schwebefähre, mit deren Bau 1908 begonnen wurde und die bereits im August 1909 in Betrieb gehen konnte.

Im Wesentlichen besteht die Anlage aus einem Traggerüst in genieteter Stahlfachwerkkonstruktion, in dessen Hauptträger das Radgestell der abgehängten Fähre (Gondel) verkehrt. Die etwa 21 Meter hohe Konstruktion überspannt die Oste mit 80 Metern Stützweite und leitet die Kräfte über zwei gespreizte Portalkonstruktionen in pfahlgegründete Betonauflager. 1974 wurde der Betrieb der Schwebefähre aufgrund eines Brückenneubaus über die Oste eingestellt. Ein Förderverein erhielt den Betrieb zu touristischen Zwecken bis zur Stilllegung 2001 aufrecht.

Die Ostener Schwebefähre gehört weltweit zu den letzten acht ihrer Art und ist einzigartig in Deutschland. Entwickelt wurde dieser Typ von beweglicher Brücke im ausgehenden 19. Jahrhundert, um den zunehmenden Landverkehr ohne Behinderung des Schiffverkehrs über die Flüsse zu führen. Die ausschließlich im Flachland errichteten Bauwerke hatten gegenüber festen Brücken den Vorteil, ohne kostenintensive Rampen eine vergleichsweise hohe Durchfahrtshöhe für Schiffe zu ermöglichen. Mit dem die Kapazität dieser Konstruktionen überfordernden, exponentiell anwachsenden Landverkehr und mit der Umstellung der Schiffsantriebe auf Dieselmotoren verringerte sich die Aufbauhöhe der Schiffe, sodass der eingangs beschriebene Vorteil nicht lange währte. 1916 wurde die letzte Schwebebrücke in Großbritannien gebaut.

Quelle: http://www.denkmalschutz.de/schwebefhre.html