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Bürger, rettet Eure Städte

Schwebefähre in Osten

11.06.2006

Historisch wichtige Straßenverbindung

Die 1908/09 errichtete Schwebefähre über die Oste verbindet die durch das Flüsschen getrennten Gemeinden Hemmoor und Osten.

Die Überwindung der Oste an der bereits historisch wichtigen Straßenverbindung von Wischhafen an der Elbe ins Binnenland kann bis ins Mittelalter nachgewiesen werden.

Geringe Brückenkosten

Der rege Schiffsverkehr, die von Ebbe und Flut beeinflussten hohen Wasserstände, Stürme und Eisgang führten jedoch zu häufigen Störungen. Ende des 19. Jahrhunderts sollte mittels einer Drehbrücke diesem Umstand entgegnet werden, was sich jedoch nicht finanzieren ließ. Für ein wenig mehr als die Hälfte der Brückenkosten beauftragte die Gemeinde Osten 1905 die Firma MAN mit der Ausführung einer stählernen Schwebefähre, dessen Bau 1908 begonnen wurde und bereits im August 1909 in Betrieb gehen konnte.

Im Wesentlichen besteht die Anlage aus einem Traggerüst in genieteter Stahlfachwerkkonstruktion, in dessen Hauptträger das Radgestell der abgehängten Fähre verkehrt, die eigentlich eine Gondel ist. Die circa 21 Meter hohe Konstruktion überspannt die Oste mit 80 Meter Stützweite. Die Tragkonstruktion der Fähre erfolgt durch Elektroantrieb. 1939 wurde durch Verstärkung des Fachwerks die Tragfähigkeit von zwölf Tonnen auf 14 Tonnen und 1966 um weitere vier Tonnen erhöht.

Möglichst viele Originalteile

1974 schließlich wurde der Betrieb auf Grund eines Brückenneubaus über die Oste eingestellt. Ein Förderverein erhielt den Betrieb zu touristischen Zwecken bis zur Stilllegung 2001 aufrecht. In jahrelanger harter Arbeit konnte das eigentümliche Bauwerk wieder komplett saniert werden. Denkmalpfleger sorgten dafür, dass möglichst viele Originalteile erhalten wurden. Dennoch mussten die großen Antriebsräder neu gegossen werden - in alter Bauweise.

Die Ostener Schwebefähre gehört weltweit zu den letzten acht ihrer Art und ist einzigartig in Deutschland. Entwickelt wurde dieser Typ von beweglicher Brücke im ausgehenden 19. Jahrhundert, um den zunehmenden Landverkehr ohne Behinderung des Schiffverkehrs über Flüsse zu führen. Die ausschließlich im Flachland errichteten Bauwerke hatten gegenüber festen Brücken den Vorteil, ohne kostenintensive Rampen eine vergleichsweise hohe Durchfahrtshöhe für Schiffe zu ermöglichen. 1916 wurde die letzte Schwebebrücke in Großbritannien gebaut.

Königliche Unterstützung

Das niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege begründet mit dem auch im weltweiten Kontext betrachteten Seltenheitswert die nationale Bedeutung des Objekts. Entsprechende Konstruktionen in Spanien, Frankreich und Großbritannien wurden bereits als Weltkulturerbe vorgeschlagen. Der Schirmherr des Weltverbandes der Schwebefähren, König Juan Carlos I. von Spanien, setzte sich persönlich für die Fähre in Osten ein.

Am 21. April 2006 konnte die Schwebefähre nach der Instandsetzung ihre Jungfernfahrt begehen. Für 1,50 Euro pro Fahrt, die sechs Minuten dauert, bekommt man ein ganz besonderes Erlebnis. Auch geheiratet wurde schon während der Fahrt.

 

Quelle: http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/21/0,1872,3942421,00.html