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Plakette für Ostener Schwebefähre

03.11.2006

Ortskurator übergibt Ehrentafel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

"Ehrenfährfrau" Birgit Greiner und Landrat Kai-Uwe Bielefeld erhalten am 6. November 2006 um 11.00 Uhr eine Plakette für die Sanierung der 1908/09 errichteten Schwebefähre, die Osten mit der Gemeinde Hemmoor verbindet. Dieter Kunze und Hans Peter Heitmann von den Ortskuratorien Stade und Bremervörde der Deutschen Stiftung Denkmalschutz überreichen die Bronzeplakette, die an die Förderung durch die Denkmalschutz-Stiftung erinnern soll.

Mit dem Hinweis "Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz" soll auch nach Abschluss der Baumaßnahmen an vorbildlichen Projekten das Engagement der privaten Förderer der Stiftung sichtbar bleiben und zu weiterer Unterstützung motivieren. Die Überwindung der Oste an der bereits historisch wichtigen Straßenverbindung von Wischhafen an der Elbe ins Binnenland kann bis ins Mittelalter nachgewiesen werden. Der rege Schiffsverkehr, die von Ebbe und Flut beeinflußten hohen Wasserstände, Stürme und Eisgang führten jedoch zu häufigen Störungen.

Statt einer teuren Brücke beauftragte die Gemeinde Osten 1905 die Firma MAN mit der Ausführung einer stählernen Schwebefähre. Im Wesentlichen besteht die Anlage aus einem Traggerüst in genieteter Stahlfachwerkkonstruktion, in dessen Hauptträger das Radgestell der abgehängten Fähre als Gondel verkehrt. Die circa 21 Meter hohe Konstruktion überspannt die Oste mit 80m Stützweite und leitet die Kräfte über zwei gespreizte Portalkonstruktionen in pfahlgegründete Betonauflager. Die Bewegung der eigentlichen Gondel erfolgt mittels Elektroantrieb, der bereits 1920 von Gleichstrom auf Drehstrom umgestellt wurde. 1939 wurde durch Verstärkung des Fachwerks die Tragfähigkeit von 12 Tonnen auf 14 Tonnen und 1966 um weitere 4 Tonnen auf 18 Tonnen erhöht. 1974 schließlich wurde der Betrieb auf Grund eines Brückenneubaus über die Oste eingestellt.

Ein Förderverein erhielt den Betrieb zu touristischen Zwecken bis zur Stilllegung 2001 aufrecht. Die Ostener Schwebefähre gehört weltweit zu den letzten acht ihrer Art und ist einzigartig in Deutschland. Entwickelt wurde dieser Typ von beweglicher Brücke im ausgehenden 19. Jahrhundert, um den zunehmenden Landverkehr ohne Behinderung des Schiffverkehrs über Flüsse zu führen. Die ausschließlich im Flachland errichteten Bauwerke hatten gegenüber festen Brücken den Vorteil, ohne kostenintensive Rampen bedingt durch ständige Veränderungen des Wasserstandes eine vergleichsweise hohe Durchfahrtshöhe für Schiffe zu ermöglichen.

Mit dem die Kapazität dieser Konstruktionen überfordernden exponentiell anwachsenden Landverkehr und die Umstellung der Schiffsantriebe auf Dieselmotoren verringerte sich die Aufbauhöhe der Schiffe, so dass der eingangs beschriebene Vorteil nicht lange währte. 1916 wurde die letzte Schwebebrücke in Großbritannien gebaut. Die in Bonn ansässige private Denkmalschutz-Stiftung konnte seit ihrer Gründung 1985 aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale, zeitweiligen Bundeszuschüssen und privaten Spenden bundesweit über 370 Millionen Euro für die Rettung und Bewahrung von mehr als 3.000 historischen Baudenkmalen zur Verfügung stellen. Die Schwebefähre ist eines von allein 150 Förderprojekten der Stiftung in Niedersachsen.

 

Quelle: Deutsche Stiftung Denkmalschutz
http://www.denkmalschutz.de/568.html