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Girlanden für den 'Eiffelturm des Nordens'

Pressemitteilung von: Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre in Osten e. V.

10.04.2006

Deutschlands älteste Schwebefähre in Kürze wieder in Betrieb / Ehrenamtliche geben dem Baudenkmal den letzten Schliff / Beleuchtungspremiere am 21. April gegen 22 Uhr / Webcam auf dem Kirchturm / Schon fast 100 Busunternehmen zeigen Interesse / Geplant: ein Besucherzentrum mit Fährmuseum

Freitag, der 21. April, soll ein Festtag für die ganze Oste-Region werden: Nach viereinhalbjähriger Zwangspause und einer rund 1,5 Millionen Euro teuren Generalüberholung wird um 11 Uhr vormittags in Osten das Nationale Baudenkmal Schwebefähre Osten - Hemmoor feierlich wieder in Betrieb gehen. Abends soll eine neue Beleuchtungsanlage den "Eiffelturm des Nordens", das herausragende Wahrzeichen des Elbe-Weser-Dreiecks, erstmals strahlend illuminieren.

Eigentümer der 1909 von einem Eiffel-Schüler gebauten ältesten Schwebefähre Deutschlands ist der Landkreis Cuxhaven. Daher wird Landrat Kai-Uwe Bielefeld in einer Feierstunde an der Fähre Vertreter vieler Förderinstitutionen begrüßen können, die geholfen haben, die Restaurierung zu finanzieren. Neben Festreden wird es den gesamten Tag über Freifahrten für die Bevölkerung geben.

Der 2000-Einwohner-Ort Osten, der jahrelang für die Wiederinbetriebnahme des Baudenkmals gekämpft hat, steht schon jetzt ganz im Zeichen der Fähre. Ein Dutzend Ostenerinnen und Ostener bereiten sich darauf vor, Grün zu holen und 50 Meter Girlanden zu binden. Bier- und Wurstbuden werden organisiert. Und mit Sandpapier, Pinsel und Farbe verleihen Mitglieder der 31 Jahre alten "Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre" verleihen zur Zeit der Fährgondel, dem Fahrerstand und den Schranken ehrenamtlich den letzten Schliff.

Nach dem Festakt der Kreisverwaltung am 21. April lädt die Fördergesellschaft alle Interessierten für 15 Uhr zu einer Videopräsentation über Schwebefähren und andere bewegliche Brücken in den Fährkrug. Seinen Höhepunkt wird der Festtag gegen 22 Uhr erreichen, wenn nach einem Konzert mit dem bekannten Pianisten Gottfried Böttger in der Ostener St.-Petri-Kirche die laubgrün gestrichene 38 Meter hohe und 80 Meter lange Fähre erstmals von acht Scheinwerfern illuminiert wird. Die Kosten für die Beleuchtungsanlage haben heimische Firmen und private Sponsoren ihm Rahmen der Spendenaktion "Die Oste leuchtet" aufgebracht, für die unter anderem Schmuckblätter mit Fähren-Sondermarken der österreichischen Post verkauft wurden.

Die strukturschwache Region an der idyllischen Oste erhofft sich von der Wiederaufnahme der touristischen Demonstrationsfahrten mit der Schwebefähre, die 2001 wegen Baumängeln stillgelegt werden mußte, eine spürbare Belebung. Die Hoffnung scheint nicht zu täuschen. Beim ehrenamtlichen Fährmann Horst Ahlf, zugleich Hotelier im nenachbarten "Fährkrug", sind in den letzten Wochen fast hundert Anfragen von Busunternehmern eingegangen; mehr als 60 Busgesellschaften haben Fährfahrten für die kommenden Monate bereits fest gebucht.

In ihrer jüngsten Vorstandssitzung am Freitag verabschiedete die Fördergesellschaft neue Tarife; die alte Tabelle stammte noch aus der DM-Zeit. Kinder bis 6 Jahren sollen künftig gratis über die Oste schweben können, für Erwachsene kostet die Tour Osten - Hemmoor und zurück 1,50 Euro. Rad- und Motorradfahrer zahlen einen Zuschlag, Busgesellschaften und Schulklassen erhalten Rabatt.

Vorstandsmitglied Dirk Brauer, seit kurzem als Erster Samtgemeinderat im Hemmoorer Rathaus auch für Touristik zuständig, möchte die Werbewirkung der Schwebefähre für die Region noch erhöhen. Auf dem Ostener Kirchturm soll eine Webcam installiert werden, so dass Fährfreunde in aller Welt auf der kommunalen Website Live-Bilder von dem filigranen Stahlriesen an der Oste betrachten können.

Verstärkt beworben werden soll auch die im Mai 2004 eröffnete "Deutsche Fährstraße" Bremervörde - Kiel, die 50 Brücken, Fähren, Schleusen und maritime Museen verbindet und die Radlern, Skippern sowie Auto- und Wohnmobilisten "frohe Fährien im frischen Norden" verspricht. Außerdem sollen neue Werbeschilder auf beiden Seiten der Oste auf das technikgeschichtliche Unikum aus der Kaiserzeit hinweisen.

Wenn die Fähre erst wieder verkehrt, will sich die Fördergesellschaft umgehend einem neuen Ziel zuwenden: Im Ostener Ortskern soll ein Besucherzentrum mit einem kleinen Fähr- und Flußmuseum über Funktion und Geschichte der Fähre sowie ihrer Vorgängerinnen und ihrer Schwesterfähren in aller Welt informieren.

Die arme Oste-Region erhofft sich zu diesem Zweck, wie Samtgemeinderat Brauer erklärt, Fördergelder aus den EU-Programmen "Kultur 2000" oder "Ziel 1" sowie Finanzhilfen im Rahmen des "Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts" (Ilek), in dem das nationale Baudenkmal bereits als "Leitprojekt" rangiert.

Damit die beiden deutschen Schwebefähren - eine weitere überquert bei Rendsburg den Nord-Osee-Kanal - gegenüber der EU gemeinsam auftreten können, soll sich am Gründonnerstag in Osten ein nationaler Schwebefähren-Dachverband konstituieren; dazu werden aus den Kanalkommunen Rendsburg und Osterrönfeld deren Bürgermeister Andreas Breitner und Jörg Sibbel an der Oste erwartet.