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Eiserne Lady in neuem Glanz

22.07.2006, Tageblatt online

Stilles Vergnügen: Die Schwebefähre Osten-Hemmoor

Ein nationales Baudenkmal leuchtet in der Nacht: Die Schwebefähre Osten-Hemmoor. Foto: RuhlOsten (gh). Ein Strahlen liegt wieder über Osten. Nicht nur des nachts, wenn die Silhouette der einzigartigen Schwebefähre über dem Fluss leuchtet. Auch tagsüber ist der fast 100-jährigen eisernen Lady der Glanz schon von weitem anzusehen. Die Schwebefähre Osten-Hemmoor ist saniert ? und schwebt wieder regelmäßig.

Eine Fahrt mit der Schwebefähre ist zwar kein ausgesprochen langes aber dennoch ein außergewöhnliches Fahrvergnügen. Seit der Inbetriebnahme der restaurierten Gondel in diesem Frühjahr haben schon tausende Fahrgäste dieses Vergnügen genossen. Radwanderer legen ihre Route so, dass sie hier den Fluss queren. Busweise kommen die Touristen aus ganz Deutschland, um sich das nationale Baudenkmal aus der Nähe anzusehen und um einmal mit Fug und Recht vom Schweben reden zu können. Das Team der Fährleute läutet nach Jahren des Stillstands wieder regelmäßig die Glocke zur Abfahrt. Still und ohne ein Rumpeln gleitet die Gondel über den Fluss, fest aufgehängt an der Stahlkonstruktion, die in 38 Metern Höhe über die Schienenstränge rollt. Seit der Sanierung quietscht und ächzt nichts mehr, so schwebt die Fähre nach Hemmoor und zurück.

Solch ein Erlebnis ist in Deutschland sonst nur in Rendsburg möglich. Beide Fähr-Kolosse sind Wahrzeichen der Deutschen Fährstraße, die in Bremervörde beginnt und in Kiel endet. Weltweit gibt es nur noch acht Schwebefähren. Die älteste, aus dem Jahr 1893, steht im spanischen Bilbao und wurde just zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. Der Weltverband der Schwebefähren möchte das auch für die restlichen eisernen Zeitzeugen erreichen.

Musik erklingt demnächst auf der Ostener Fähre: Die ?Schwebenden Konzerte? haben Premiere am Sonntag, 30. Juli (ab 14.30 Uhr). Am Sonnabend 2. (ab 18 Uhr) und am Sonntag, 24. September (ab 11 Uhr) sind die Ostemusikanten noch einmal über dem Fluss zu hören.
 

Artikel erschienen am: 22.07.2006, Tageblatt online