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Stählerner Koloss mit eigener Internet-Präsenz

Jochen Bölsche setzt sich mit Homepage für die Ostener Schwebefähre ein

man. - Sie ist im wahrsten Sinne ein herausragendes Bauwerk: Die Schwebefähre in Osten ist mit ihrer Höhe von mehr als 30 Metern schon aus weiter Entfernung zu sehen. Aber auch kulturhistorisch und bautechnisch stellt der stählerne Baukoloss eine Besonderheit dar. Jochen Bölsche hat vor einem Jahr ein Haus in Osten, exakt vis-à-vis der Schwebefähre, bezogen und setzt sich mit einer eigenen Internet-Seite für das Baudenkmal ein.

Sie ist die älteste Schwebefähre Deutschlands und auf Grund ihrer Bauweise einzigartig in Europa. 1909 erbaut, wurde sie 1974 - sozusagen im Rentenalter - durch eine Straßenbrücke ersetzt, aber nicht stillgelegt: Für Touristen gab es Demonstrationsfahrten - bis der TÜV im Herbst 2001 wegen fälliger Reparaturen ein Betriebsverbot verhängte. Weil die Finanzierung der Instandsetzungarbeiten nicht gesichert ist, sah die Lokalpresse im Sommer 2003 die „Fähre in der Schwebe". Die Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre drängt auf baldige Sanierung des Baudenkmals: „Das ist unser Eiffelturm." Der 58-jährige Jochen Bölsche, Spiegel-Redakteur und zweiter Vorsitzender der Fördergesellschaft, macht seit zwei Jahren auf der Seite www.schwebefaehre.org auf das Schicksal der Ostener Schwebefähre aufmerksam. Die Homepage ist nicht nur eine virtuelle Visitenkarte der Fördergesellschaft, sondern auch ein elektronisches Fährarchiv, das es allen Interessierten ermöglicht, sich Basisinformationen über das Baudenkmal zu verschaffen.

Internationales Forum

„Die Seite hat sich zu meiner Freude darüber hinaus zu einem internationalen Forum entwickelt", erklärt Bölsche, der unter anderem mit niederländischen, spanischen und englischen Schwebefährfreunden in Verbindung steht.

Lediglich acht zum Teil in Größe und Funktion recht unterschiedliche Schwebefähren konnten noch auf der Welt erhalten werden. Sie befinden sich in Bilbao (Spanien), Rochefort (Frankreich), Newport, Middlesborough und Warrington (England), La Boca (Argentinien), Rendsburg und Osten. Natürlich werden sie auf Bölsches Seite ausführlich vorgestellt: „Die Ergebnisse der nächtelangen einschlägigen Recherchen sind nach und nach in die Seite eingeflossen."

Das Ziel der Homepage ist unmissverständlich: „Ich hoffe aktuell dazu beitragen zu können, die Verantwortlichen in Cuxhaven, Hannover, Berlin und Brüssel von der kultur- und technikgeschichtlichen Bedeutung dieser Bauwerke überzeugen zu können", sagt Bölsche. Fans der Schwebefähre, die sich aktiv am Erhalt des Baudenkmals beteiligen möchten, können auf der Seite ein Aufnahmeformular für die Fördergesellschaft aufrufen.

Cuxhavener Zeitung, 21.09.2003